DokusEs war einmal in Nordirland

„Es war einmal in Nordirland“ schildert den Nordirlandkonflikt aus der persönlichen Sicht von Menschen, deren Leben durch Gewalt, Verlust und politische Fronten geprägt wurde. Die Reihe richtet sich an Zuschauer, die Geschichte nicht nur über Daten und Politik, sondern über individuelle Erfahrungen verstehen möchten.
Aktualisiert am 27.09.2026
Wo du die Reihe sehen kannst
Die deutsche Fassung wurde bei ARTE gezeigt und war zeitweise in der ARTE Mediathek verfügbar. Zum Recherchezeitpunkt sind die vollständigen Teile dort noch nicht wieder abrufbar, eine erneute Bereitstellung ist jedoch angekündigt. Die englische Originalfassung ist im Vereinigten Königreich über den BBC iPlayer verfügbar, dessen Angebot regional beschränkt ist. Informationen zu Fernsehausstrahlungen findest du bei tvprogramm.de.
Worum geht es
Die Dokumentarreihe zeichnet die Entwicklung der sogenannten Troubles von den Bürgerrechtsprotesten bis zum Karfreitagsabkommen nach. Zu Wort kommen ehemalige Angehörige republikanischer und loyalistischer Gruppen, britische Soldaten, Hinterbliebene und weitere Betroffene. Ihre Erinnerungen zeigen, wie Misstrauen, Diskriminierung und Gegengewalt den Alltag über Jahrzehnte bestimmten. Der rote Faden ist die Frage, wie Menschen in den Konflikt hineingezogen wurden und später mit dessen Folgen weiterlebten.
Machart und Aufbau
Das Format ist eine historische Dokumentarreihe, keine Dokusoap. Intensive Interviews werden mit Nachrichtenbildern, privaten Aufnahmen und anderem Archivmaterial verbunden. Auf einen klassischen Sprecher aus dem Hintergrund verzichtet die Reihe, die Zeitzeugen erzählen weitgehend selbst. Dadurch entsteht ein ruhiger, persönlicher und häufig emotionaler Erzählstil, der unterschiedliche Perspektiven nebeneinanderstellt.
Themen und bekannte Folgen
Die Reihe behandelt unter anderem die Benachteiligung katholischer Bevölkerungsteile, den Aufstieg der provisorischen IRA, loyalistische Gewalt und den Einsatz britischer Truppen. Weitere Themen sind Bloody Sunday, Bombenanschläge, Gefängnisproteste, der Hungerstreik von 1981 und die schwierige Suche nach Frieden. Die deutsche Fassung bündelt die Entwicklung in den Teilen „Vom Protest zum Kampf“, „Immer mehr Tote“ und „Frieden ist möglich“. Dabei stehen nicht nur politische Entscheidungen, sondern vor allem deren Folgen für Familien und Gemeinschaften im Mittelpunkt.
Hintergrund und Produktion
Regisseur James Bluemel entwickelte die Reihe als weiteres persönlich erzähltes Geschichtsprojekt nach „Once Upon a Time in Iraq“. Produziert wurde sie von KEO Films und Walk on Air Films für BBC Two, BBC Northern Ireland und PBS. Zu den prägenden Mitwirkenden hinter der Kamera gehören außerdem die Regisseurin Sian McIlwaine sowie die Serienproduzentinnen Vicky Mitchell und Rachel Hooper. Die Produktion gewann unter anderem Grierson Awards und Auszeichnungen für Dokumentarserie, Schnitt und Musik.
Für wen lohnt sich das
Die Reihe lohnt sich für alle, die den Nordirlandkonflikt anhand konkreter Lebensgeschichten nachvollziehen möchten. Historisches Vorwissen ist hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich, da zentrale Entwicklungen verständlich eingeordnet werden. Wegen der Berichte über Terror, Tod und persönliche Traumata ist die Dokumentation emotional anspruchsvoll. Wenn du sachliche Geschichtsvermittlung mit eindringlichen Zeitzeugeninterviews schätzt, bietet sie einen differenzierten Einstieg.
Details
| Regie | James Bluemel, Sian McIlwaine |
| Thema | Nordirlandkonflikt und Zeitgeschichte |
| Originaltitel | Once Upon a Time in Northern Ireland |
| Land | Großbritannien |
| Laufzeit | seit 2023 |
| Sender | arte |
| Staffeln | 1 Staffel |
| Originalsender | BBC2 |
| Sendeplatz | arte, wechselnde Sendezeiten |
| Erstausstrahlung | 22. Mai 2023 |
| Produktion | KEO Films und Walk on Air Films für BBC Two, BBC Northern Ireland und PBS |
| Status | laufend |
| FSK | FSK 12 |
Häufige Fragen
- Ist „Es war einmal in Nordirland“ eine wahre Geschichte?
- Ja. Die Reihe beruht auf historischen Ereignissen und persönlichen Erinnerungen von Menschen, die den Nordirlandkonflikt selbst erlebt haben.
- Hat die Reihe einen festen Sprecher?
- Nein. Die Erzählung wird vor allem von den interviewten Zeitzeugen getragen und kommt ohne klassischen Hintergrundsprecher aus.
- Welche Auszeichnungen erhielt die Dokumentarreihe?
- Sie gewann unter anderem Grierson Awards sowie Preise für Dokumentarserie, Schnitt und Originalmusik.




